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Impressions from the reading life

Narziß und Goldmund von Hermann Hesse

Narziß und Goldmund - Hermann Hesse

Inhalt

Goldmund kommt als Junge ins Kloster und trifft auf Narziß, den er sehr bewundert und ihm in seiner Gelehrsamkeit bald nacheifert. Doch Narziß lässt Goldmund erkennen, dass er nicht zur Wissenschaft, sondern zur Kunst bestimmt ist. Also macht sich Goldmund auf in die Welt und erfährt sie mit allen Sinnen.

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Mein erster Hesse. Ich denke, das Buch würde nicht jedem gefallen, aber ich mochte es auf seine leise, zurückhaltende Art. Ich mag ja Grübeleien über Gott und die Welt :)

 

Goldmund zieht aus, um ganz banal gesagt jede Menge Frauen flachzulegen. Später lernt er, die durch das Herumziehen gewonnene Menschenkenntnis in Schnitzereien festzuhalten. Narziß, der sein Leben im Kloster verbringt und sich der Logik verschrieben hat, zweifelt durch Goldmund immer mehr daran, dass der Mensch für ein derart geordnetes Leben geschaffen ist und erkennt in der Kunst ein der Wissenschaft ebenbürtiges Mittel, Gott zu dienen.

Es stehen sich also zwei Prinzipien gegenüber: Das des Geistes und das der Sinne.

 

Obwohl hier ein Ereignis auf das nächste folgt, ist der Roman nicht hastig: Goldmunds Wanderungen und Erlebnisse, seine Zeit in den Wäldern wie in der Stadt zur Zeit der Pest treten immer zurück, seine Reflexionen sind Fokus der Geschichte.

Der Erzählton ist philosophisch, es gibt wenig Dialoge und Beschreibungen, sondern eher Betrachtungen und Goldmunds langsame Erkenntnis über sich selbst. Dadurch wirkten alle Menschen, denen Goldmund begegnet, eher flach, die vielen Sinnenfreuden verblassen, aber Goldmund selbst wirkt so real wie selten eine Romanfigur.

 

Dabei fand ich Goldmund oft oberflächlich: Bis zuletzt ist er sich zu schade, Fehler einzugestehen und sich vor anderen lächerlich zu machen. Seine Gedanken klangen manchmal narzisstisch in meinen Ohren. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der unbedingten Ehrlichkeit des Textes, der Goldmunds Gedanken ungefiltert weitergibt. So war er mir nicht immer sympathisch, wirkte aber fast wie ein realer Mensch mit Macken genauso wie liebenswürdigen Eigenschaften.

 

Narziß spielt keine so große Rolle in dem Buch, er ist vor allem eine Art Mentor für Goldmund. Er wiederum war mir mehr wie ein Goldmund, da er immer Wahres aussprach und Zusammenhänge erkannte, die den anderen im Kloster verborgen blieben.

 

Obwohl das Buch religiös ausgelegt ist, lässt es sich auch locker allgemeiner lesen: Das, was hier als Lobpreis an die Schöpfung betitelt wird, nämlich der Dienst in der Wissenschaft und in der Kunst (und der ihr vorangehende Erkundungsgang durch alle Sinne und fernab jeder Kirche), ist ja genauso gültig, wenn man Gott davon subtrahiert.

Source: http://elektrischersalon.blogspot.com/2014/08/hermann-hesse-narzi-und-goldmund.html